
Von der Tour de France über Wimbledon bis hin zur FIFA-Weltmeisterschaft – die Auswirkungen des Klimawandels auf den Sport werden immer deutlicher und lassen sich längst nicht mehr ignorieren.
Die neusten Erkenntnisse präsentierten Forscherinnen und Forscher aus den Bereichen der Umweltepidemiologie, Sportwissenschaft und Verhaltenspsychologie. Im Mittelpunkt einer Diskussion auf dem jährlichen Kongress des European College of Sport Science (ECSS) in Lausanne standen mehrere zentrale Feststellungen.
Einfluss in verschiedenen Sektoren
Der Klimawandel verändert zunehmend die Bedingungen, unter denen Sport und körperliche Aktivität stattfinden. Diese Veränderungen wirken sich nicht nur auf die Teilnahme am Sport aus, sondern auch auf Leistungsfähigkeit, Gesundheit und Sicherheit aller Beteiligten.
Steigende Temperaturen, eine schlechtere Luftqualität und die zunehmende Häufigkeit von Extremwetterereignissen erhöhen die physiologische Belastung und damit auch die Gesundheitsrisiken – für Leistungssportlerinnen und -sportler ebenso wie für Freizeitsporttreibende, Offizielle, Beschäftigte und Zuschauerinnen und Zuschauer. Gleichzeitig sind die Folgen des Klimawandels nicht gleichmäßig verteilt. Besonders betroffen sind Menschen und Gemeinschaften, die nur eingeschränkten Zugang zu sicheren, bezahlbaren und klimaresilienten Bewegungs- und Sportangeboten haben.
Die Sport- und Bewegungswissenschaft kann einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie die wissenschaftliche Evidenz erweitert, wirksame Anpassungsstrategien entwickelt, politische Entscheidungen informiert und praxisnahe, kontextspezifische Handlungsempfehlungen bereitstellt. Ebenso entscheidend ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Sportwissenschaft, Public Health, Umweltwissenschaften, Stadtplanung und Politik. Nur durch einen interdisziplinären Ansatz lassen sich wirksame Strategien zur Anpassung an den Klimawandel und zu dessen Eindämmung entwickeln.
Nicht zuletzt sollte auch der Sport- und Bewegungssektor seine eigenen Umweltauswirkungen kritisch reflektieren. Forschung, Praxis und organisatorische Entscheidungen können gemeinsam dazu beitragen, nachhaltigere Strukturen zu schaffen und den Sport zukunftsfähig zu gestalten.
