Wie geht eigentlich Entspannung?

Sich entspannen bedeutet im Grunde erstmal nur physische und psychische Anspannung aufzulösen. Denn das Lösen von Muskelspannungen führt zur Entspannung des gesamten Organismus.

Entspannung ist förderlich für Höchstleistungen. Egal ob nun für körperliche, konzentrative, kreative oder effektive Arbeit. Entspannung ist dabei ein Prozess, den man aktiv einleiten kann. Eine Entspannung tritt nicht unbedingt automatisch ein und ist nicht nur ein passives Pausieren. Sich entspannen bedeutet auch immer, von etwas loszulassen. Sei es gedanklich oder körperlich, denn beides bedingt sich. Wer sich viele Sorgen macht, ängstlich oder unzufrieden ist, ist meist auch muskulär angespannt. Eine Anspannung der Muskulatur steht immer im Zusammenhang mit innerer Unruhe, Stress oder Angst.

 

Man kann Stress als eine Aktivierungsreaktion des gesamten Körpers sehen, bei der versucht wird mit dem „Stressor“, also die Anforderung die sich darstellt, umzugehen. Die Reaktion und Bewertung ist immer individuell und abhängig von der Belastbarkeit, der Erfahrung und den Motiven der einzelnen Person. Eine Situation wird von der einen Person als belastend und negativ bewertet, die andere hat die Ressourcen für den Umgang damit und bewertet sie als positiv herausfordernd. Wie der Körper auf eine Stressreaktion antwortet ist allerdings immer gleich.

Der Begriff Stress wurde 1950 erstmals konkret auf den Menschen übertragen. Hans Seyle hat durch seine Stressforschung diesen Ausdruck geprägt. Heute ist er nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken. Fast jeder kennt aus eigener Erfahrung Situationen, in denen man sich überfordert fühlt. Das Gleichgewicht zwischen Anspannung und Entspannung stimmt häufig nicht. Grundsätzlich gehört Stress und Entspannung zu unserem Leben dazu und kann durchaus die Leistungsfähigkeit erhöhen, jedoch wirkt zu viel vom Einen oder Anderen leistungsmindernd.

Besonders Dauerstress ist ein häufiger Mitauslöser zahlreicher Erkrankungen. Festzuhalten bleibt, dass beim Thema Stress die Dosis das Gift macht. Sowohl zu wenig davon, als auch eine Art Dauerstresssituation über einen längeren Zeitraum ist nicht förderlich.
Also wie können Sie das Gleichgewicht zwischen Anspannung und Entspannung optimal aufrecht erhalten?

Egal ob am Jahresende oder mitten im Jahr - Feiertage bieten uns die Möglichkeit uns zu erholen, abzuschalten, zwischendurch mal zur Ruhe zu kommen oder Dinge zu tun, für die wir im Alltag zu wenig Zeit haben. Besonders die Trennung von Beruf und Freizeit, fällt vielen von uns – moderner Technik sei Dank – immer schwerer. Zwar müssen wir an Feiertagen nicht arbeiten, häufig sind wir aber gedanklich dank Smartphone & Co. immer noch im Büro und innerlich im Arbeitsmodus. Daraus resultiert, dass wir immer weniger und immer schlechter zur Ruhe kommen.

 

Neben Wochenende und Urlaub sind Feiertage eine gute Gelegenheit die Energiereserven ein bisschen aufzutanken. Denn auch kleine Pause senken den Stresspegel deutlich und können so typischen Stresserkrankungen vorbeugen.

Diese Pausen sollten auch Sie optimal nutzen. Dazu haben wir ein kleines ABC mit nützlichen Tipps für Sie zusammengestellt.

 

A wie Abstimmung

Klären Sie im Vorfeld auf der Arbeit ab, wie Sie über die Feiertage und im Urlaub erreichbar sind oder sein sollen. Hier sollte es klare Regeln geben, wie diese Erreichbarkeit aussieht und in welcher Zeitspanne Sie darauf reagieren müssen. Mit dieser Klarheit können Sie dann auch Ihre Freizeitgestaltung planen und abschalten. Abstimmung sollte es auch in der Familie oder im Freundeskreis geben, was die Planung für die Feiertage betrifft. Nutzen Sie die Zeit im Vorfeld, um die kommenden Feiertage schon etwas vorzubereiten. Warum das? Weil das einen anderen entspannenden Effekt hat: Vorfreude – und die wirkt tatsächlich stärker.

 

B wie Bewegung

Klar dienen Feiertage meist in erster Linie dazu abzuschalten und zu entspannen. Allerdings ist der Entspannungseffekt umso höher, wenn er durch Bewegung (nicht Sport!) erzeugt wird. Gerade wer vorher viel Stress hatte, sollte sich wenigstens etwas körperlich betätigen. Es geht nicht darum, sich sportlich zu verausgaben, sondern lediglich um ein gesundes und angenehmes Maß an Bewegung. Bei gutem Wetter natürlich draußen, was durch die frische Luft einen doppelt positiven Effekt hat. Hierzu reicht bereits ein Spaziergang oder eine kurze Radtour, aber auch etwas Schwimmen im (Thermal-)Schwimmbad.

 

C wie Chancen

Sie können die Feiertage auch als Chance begreifen und dazu nutzen, Pläne zu schmieden, für die im Alltag meist wenig Zeit bleibt. Das kann der nächste große Urlaub sein, ein lang parat liegendes Buch oder ein konkreter Karriereplan. Oder Sie nutzen die Chance mal wieder mit Ihrem Partner oder Freunden ins Gespräch zu kommen. Dadurch pflegen und festigen Sie Ihre Beziehungen, aber Sie bekommen auch neue Eindrücke, Impulse und Ideen. Gehen Sie mal wieder einem Ihrer Hobbys nach, Kochen Sie etwas mit Freunden, besuchen Sie Familienmitglieder die vielleicht weiter weg wohnen, erfüllen Sie sich einen Wunsch, der schon lange auf der Liste steht oder nehmen Sie sich einfach nur Zeit für sich. Es muss nicht immer das große Ganze sein, sondern auch kleine Veränderungen oder Neustarts bringen einen Effekt.

 

Generell gilt: Störquellen ausschalten, sich voll und ganz auf Feiertage und Freizeit einlassen und bewusst auf Ruhe und Erholung umschalten.