Aussagekraft der Fehlzeitenanalyse im BGM

Aktualisierung der Kranken- und Fehltage der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Neues Jahr – neues Glück! Gerade nach dem Pandemie-Jahr 2020 ist dies nicht nur eine Floskel, sondern viele hoffen darauf, dass wir dieses Jahr wieder Richtung Normalzustand zurückkehren.

 

Auch wir von der REVITALIS GmbH wünschen Ihnen ein frohes, neues Jahr, Glück und Gesundheit!



Aktualisierung der Kranken- und Fehltage der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – Fehlzeitenanalyse


Der Jahresanfang bedeutet für viele auch die Auswertung des vergangenen Jahres. Jahresabschlüsse und Abschlussberichte werden gemacht, Inventuren stehen an und meist auch die Aktualisierung der Kranken- und Fehltage der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dies zählt zu den objektiven Verfahren, um die Gesundheit des Unternehmens zu bewerten und auch um den Erfolg des Betrieblichen Gesundheitsmanagement zu messen.

 

Schließlich zielen die Maßnahmen des BGM auf die Gesunderhaltung der Mitarbeiter, wodurch diese folglich seltener krank sein sollten. Doch wie aussagekräftig ist die Fehlzeitenanalyse und kann daraus auch auf den Erfolg des BGM geschlossen werden?

 

Der wichtigste Faktor der Fehlzeitenanalyse ist die Abwesenheitsquote, welche mit der Formel Fehltage geteilt durch Soll-Arbeitstage ermittelt wird. Dabei muss der Mitarbeiter nicht zwangsläufig krank gewesen sein. In der Literatur und im Alltag werden die Begriffe Absentismus und Fehlzeiten häufig einheitlich verwendet. Es gibt jedoch verschiedene Arten der Fehlzeiten, hierzu gehören:

  • motivationsbedingte Abwesenheiten (auch Absentismus genannt)
  • krankheitsbedingte Fehlzeiten
  • sonstige Fehlzeiten, z. B. Zusatzurlaub, Fortbildung

Im Pandemie-Jahr kann diese Liste noch erweitert werden um die Punkte

  • quarantänebedingte Fehlzeit
  • Kinderkrankentage

 

Und hier zeigt sich auch sofort, wie anfällig die Fehlzeitenanalyse ist. Die Unternehmen, die ihre Analyse vielleicht schon durchgeführt haben werden merken, dass die Fehltage für das Jahr 2020 enorm hoch sind. Ebenso haben viele Auffälligkeiten zum Jahrsende 2017 und Jahresanfang 2018 entdeckt, als die Grippewelle außergewöhnlich stark war.

 

Aber wie oben beschrieben führen nicht nur krankheitsbedingte Abwesenheiten zu einer „schlechten“ Fehlzeitenanalyse, auch wenn grundsätzlich der Krankenstand in Deutschland in den letzten Jahren gestiegen ist. 2012 lag der Krankenstand gesamt von gesetzlich Versicherten bei 3,6%. 2019 stieg er auf 4,3%, Tendenz steigend (Statista, 2020).


Absentismus bei Fehlzeiten steigt


In den letzten Jahren spielt der Absentismus bei Fehlzeiten eine immer größere Rolle, besonders durch psychische Belastungen und fehlende Motivation. Dadurch ist der Begriff Work-Life Balance immer mehr in den Fokus gerückt. Gemäß Duden beschreibt Work-Life-Balance ein ausgewogenes Verhältnis zwischen beruflichen Anforderungen und privaten Bedürfnissen einer Person.

 

Genau hier sollte das BGM ansetzen und agieren, denn die Erfolgschancen sind wesentlich höher als die reine Einwirkung auf krankheitsbedingte Fehltage. Wenn die Motivation und das psychische Wohlbefinden am Arbeitsplatz steigen, steigt auch die Leistungsbereitschaft. Dadurch verringern sich meist auch physische Fehlzeiten, da diese häufig durch psychische Belastungen getriggert werden. Somit kann für das Unternehmen eine Win-Win-Situation entstehen.

 

Als Arbeitgeber können hohen Fehlzeiten Ihrer Mitarbeiter z.B. durch Mitarbeitermotivation, Persönlichkeitsentfaltung, mitarbeiterzentrierte Kommunikation, Wertschätzung durch Führungskräfte und natürlich auch Angebote zur Gesundheitsförderung wie Stressmanagement und Entspannung entgegenwirken. Aber auch familienorientierte Angebote wie Kinderbetreuung, Eltern-Kind-Angebote, Pflegeunterstützung etc. können die Work-Life-Balance Ihrer Mitarbeiter verbessern und Sie damit Ihre Fehlzeiten reduzieren.

 

Somit ist die Fehlzeitenanalyse allein kein Merkmal, um das BGM zu bewerten. Sie gibt vielmehr Anhaltspunkte in welchen Bereichen das BGM noch verbessert werden kann, um die Gesundheit der Mitarbeiter in allen Bereichen zu verbessern.